Greta Taube

Apokalypse jetzt!
-Wie ich mich auf eine neue Gesellschaft vorbereite. Ein Selbstversuch-

 

Eichborn-Verlag, Köln 2014

286 Seiten, €16,99

Um es gleich zu sagen, dies ist kein klassischen Jagdbuch, eher ein Buch auf die Jagd nach einem anderen Leben,

Die Autorin Greta Taubert, als Journalistin in den dunklen Ecken des Globus unterwegs und dort mit Not, Elend, Hunger, Gewalt und mit schwachen Infrastrukturen konfrontiert, stellt sich die Frage, was mit ihr passiert, wenn Bankenkrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise etc. auch bei uns zu einem Zusammenbruch der Versorgung führen. Als neugierige Journalistin will sie es genauer wissen und fängt an zu recherchieren. Gleich als erstes stellt sie fest, dass in der Wohnung vorhandene Vorräte kaum 2,3 Tage reichen, da sie natürlich daran gewöhnt ist, jederzeit und überall Essen zu bekommen. Also Notvorräte, aber was, wie viel und wie lange haltbar?


Sie macht sich auf die Suche nach anderen Menschen, die auch vorsorgen oder sogar autark leben wollen. Die einzelnen Stationen der Suche sind hochinteressant und lassen sich hier gar nicht wiedergeben. Erstaunlich ist allerdings wie viel Menschen es schon gibt, die sich ernsthaft Gedanken über die Zeit nach dem „immer mehr, immer größer, immer alles“ machen.

Frau Taubert ernährt sich überwiegend vegetarisch, möchte aber auf Fleisch auch nicht ganz verzichten und keine Massentierhaltung fördern. So kommt sie automatisch auf Wild und die Jagd. Sie recherchiert und stößt auf  Uwe R. König, der in München eine Jagdschule betreibt und dort auch als Stadtjäger unterwegs ist. Sie begleitet ihn eine Woche bei seiner Aufgabe als Stadtjäger und auf der Jagd. Am Ende stellt sie fest, selbst erlegtes Wild ist gut. Das ganze Kapitel  ist ein sehr gutes, nüchternes Plädoyer für die Notwendigkeit der Jagd und ihre Aufgaben. Vielleicht sollte man den Text einmal gesondert publizieren.

Bei ihrer Recherche findet sie überall Gruppen, Gemeinschaften, Familien, die Probleme und Aufgaben gemeinsam angehen und so ist auch ein Fazit ihres Selbstversuches, dass man solche weitreichenden Probleme nicht allein, sondern nur in der Gemeinschaft angehen kann.

Das Buch wird sicher nicht jedem gefallen, da es viel Kritik an unserem gegenwärtigen Konsumverhalten und an der Komfortgesellschaft enthält. Spannend geschrieben ist es allemal und viele interessante Tipps sind auch enthalten.

 

Jürgen Rosemund