Eckhard Fuhr
"Schafe"

Verlag Matthes  Seitz, Berlin 2017
Reihe Naturkunden Nr.31
136 Seiten, viele Bilder, 15.00€

 

 


Eckhard Fuhr hat selbst ein Buch über Wölfe geschrieben und so lag es für ihn nahe, auch über Schafe zu schreiben.

Auch er widme sich eher dem Verhältnis zwischen Menschen und Schafen, als der Naturwissenschaft.

Der Autor stellt auch die verschiedenen wilden Schafe vor, die hauptsächlich in den Gebirgen der Erdteile, ausser Australien, leben. Nun haben vor ca. 9.000 Jahren Menschen im sogenannten „fruchtbaren Halbmond“ in Vorderasien den wilden Mufflon domestiziert und daraus Schafe gezüchtet. So waren und sind Schafe als Lieferant von Wolle, Milch und letztendlich auch Fleisch für uns Menschen so nützlich, dass wir sie über die ganze Erde, auch besonders in Australien, verbreitet haben.

Schafe passen gut in das Beuteschema von Wölfen und so war es immer selbstverständlich, dass Schafe gehütet werden müssen. Hirten und Lämmer sind gerade im Christentum wichtige Symbole des Glaubens, auf die der Autor ausführlich eingeht.

Mit der Wiederkehr der Wölfe rücken auch Hirten und Schafe in den Blickpunkt einer urbanen Öffentlichkeit und erhalten eine bisher unbekannte Aufmerksamkeit.
Hier ein Zitat aus dem Buch: „Die meisten Schäfer sagen, sie bräuchten Wolf nicht. Aber seit der Wolf wieder da ist, machen sich sehr viele Menschen Gedanken darüber, was Schäfer brauchen und wozu sie gebraucht werden.“

Auch Eckhard Fuhr stellt in Porträts einige Schafrassen, vom Merinolandschaf  bis zum Navajo-Churro vor, wobei auch hier eher die Geschichte des Schafes in der jeweiligen Landschaft im Vordergrund steht.

Insgesamt ist es ein sehr lesenswertes und aufschlussreiches Buch, das oft mehr über uns Menschen, als über Schafe sagt. Ich hab es mit viel Freude gelsen und empfehle es uneingeschränkt.

 

Jürgen Rosemund