Michael Petrak 

„Lebensraum Jagdrevier“

 

 

Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 20198, 240 Seiten,

€ 39.00

 

 

Der Autor des Buches, Michael Petrak ist Leiter der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung in NRW und damit ein ausgewiesener Kenner der Materie.

 

Es gibt viele Bücher über eine Reviergestaltung und ich habe etliche davon gelesen. Zum Unterschied zu diesen Büchern legt Michael Petrak das Gewicht auf einen beobachtenden, ganzheitliches Ansatz. Sein Credo „Geh ins Revier, sieh und lerne“ zieht sich durch das ganze Buch.

 

Unverzichtbar für eine Reviergestaltung betrachtet er die genaue Kenntnis des Reviers und eine entsprechende Revierbeschreibung als Grundlage der Planung.

 

Es folgen Beschreibungen der Wildlebensräume mit vielen Hinweisen für Verbesserungen im Wald, Feld und Gewässern mit dem naturgemäßen Focus auf das Jagdwild, wobei der den Nutzen für andere Tier- und Pflanzenarten nicht aus dem Auge verloren wird.

 

Es gibt gute Beschreibungen von Reviereinrichtungen, die sich nicht nur auf Hochsitze u.a. beschränken, sondern Nistkästen, Fledermausbretter etc. einbeziehen.

 

Ein interessantes, in solchen Büchern eher ungewöhnliches Kapitel lautet:
„Der Jäger auf dem Prüfstand.“
Petrak schreibt, dass zu einem wildfreundlichen Jagdrevier eine wildgerechte Jagdausübung gehört. Er zeigt auf, dass nicht nur Wanderer, Jogger, Mountainbiker Wild stören, sondern dass auch der Jäger, je nach Verhalten, ein erheblicher Störfaktor sein kann. So gibt er viele Hinweise, wie der Jäger seine eigenen Störungen im Revier vermindern kann.

 

Das Buch wird ergänzt durch einen umfangreichen Serviceteil mit vielen nützlichen Hinweisen.

 

Als Revierinhaber hätte ich dieses Buch sicher dauernd in den Händen, da es für mich einen großen praktischen Nutzen und viel Lesegenuß enthält. Die Texte sind klar und deutlich, die Graphiken lehrreich und die Bilder immer sehr passend.
Das Buch ist nicht ganz billig, ist aber seinen Preis allemal und langfristig wert.
Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

Jürgen Rosemund