ÖJV-Langwaffen-Seminar "MEDIUM - souverän erreicht"

Wir sind mitten drin – im Klimawandel. Eine Möglichkeit, ihm zu begegnen, ist die Anpassung, unter anderem durch klimastabile, standortsheimische Laubmischwälder. Das geht nicht ohne angepasste Schalenwildbestände. Nicht etwa nach oben an die Biotopkapazität angepasst, sondern nach unten an die primären Waldfunktionen: Holzproduktion, Trinkwasserbereitstellung, Hort der Biodiversität, Erholungsraum, Kohlenstoffsenke. Und: der Wald muss sich alleine verjüngen können, ohne Zaun, ohne Pflanzung, einfach so.

 

Neben diesem Grund gibt es noch viele weitere, um sicher, schnell, professionell - und verantwortungsvoll -  schießen zu wollen. Nachdem das Herbsttraining und die Herbstprüfung im September erfolgreich verliefen, fanden sich am 13. Oktober 13 Jägerinnen und Jäger (der ÖJV bleibt auch hier seinem hohen Frauenanteil treu) von 8 bis 13 Uhr im Jagdtrainingszentrum Liebenberg ein, um an einem weiteren Seminar mit Dr. Carl Gremse teilzunehmen: „MEDIUM - souverän erreicht“. Ziel war es, allen die Fertigkeiten zu vermitteln, den Schießleistungsnachweis des ÖJV Brandenburg auf dem Niveau Medium zu bestehen. Jede und jeder bekam quasi das, was sie oder er brauchte. Sicherheit auf dem Schießstand/bei der Waffenhandhabung, intensive Beleuchtung des Aspekte Fußstellung, Körperhaltung und Körperspannung, Vergleich verschiedener Langwaffen – individuelle Optimierungsmöglichkeiten, Schießen auf den laufenden Keiler, Auswertung/Selbsteinschätzung sowie freies Training auf dem Parcours und im Schießkino rundeten das Seminar ab.

Herzlichen Dank allen Teilnehmenden für kritsche Hinweise, Disziplin und Wissbegierde und an Carl für die professionelle Durchführung!

 

AK Schießwesen

Schusswundenerstversorgung für Mensch und Hund – ein Praxisseminar

Bildquelle: ÖJV Brandenburg e.V.

Die publik gewordenen Jagdunfälle mit Schussverletzungen bzw. tödlichem Ausgang in der zurückliegenden Erntesaison, sowie die anstehenden Drückjagden waren der Hauptanlass für den ÖJV Brandenburg kurzfristig und erstmalig ein Praxisseminar mit dem Thema „Schusswundenerstversorgung“ durchzuführen. Philipp Cachée, seines Zeichens umtriebiger  Experte und Sachverständiger im Bereich Schusswaffen, sowie erfahrener Rettungssanitäter und ÖJV-Mitglied hat dazu den entscheidenden Impuls gegeben und sich bereit erklärt ein solches Praxisseminar zu gestalten. Bei der Organisation wurde er durch Vorstandsmitglied Bernhard Schachtner im administrativen Bereich maßgeblich unterstützt. Nach dem „Klettersitzseminar“, den „Langwaffenseminaren“ und dem „Basiskurs Kurzwaffe“ hat der der ÖJV Brandenburg nun bereits den vierten Seminarinhalt in seinem Portfolio, um allen Interessierten fachkundige und praxisrelevante Weiterbildungen anbieten zu können.

 

15 Jagende und ein Sportschütze/Schießleiter aus 4 Bundesländern sind der Einladung des ÖJV Brandenburg am 30.09. in ein Seminargebäude südwestlich von Berlin gefolgt. Betretene Gesichter als Antwort auf die Eingangsfrage von Philipp, wer denn in der zurückliegenden Zeit einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat, zeigte, dass fast alle Anwesenden Nachholbedarf bereits in den Grundlagen hatten. Nur zwei „Ersthelfern“ waren auf dem aktuellen Stand. Und so ging es inhaltlich zunächst mit wiederholendem Charakter um grundsätzliche Fragestellung aus dem Bereich Ersthilfe (Notrufoptionen, Rettungskette, stabile Seitenlage etc.). Die Herausforderungen bei der Jagd im Wald, mit schlechtem Mobilfunkempfang und schlechten Wegesituationen, sowie Verletzungen durch wehrhaftes Wild spielten dabei natürlich eine besondere Rolle. Im Anschluss wurde auf die besonderen Herausforderungen bei Schusswaffenverletzungen eingegangen. Neben theoretischen Grundlagen und der Vorstellung von praxistauglichem Erste-Hilfe- Material, dass seinen Ursprung überwiegend im militärischen Bereich hat und sowohl beim Menschen, als auch bei den vierläufigen Jagdhelfern angewendet werden kann, ging es vor allem darum in Übungen mit Partner und Dummie mehrfach die Abläufe beim Auffinden verletzter Personen zu üben und Material wie Rettungsdecke, Tourniquet und Druckverband schnell und effizient einzusetzen. Dabei gab es genug Raum für die Klärung aller aufkommenden Fragestellungen und die Übung der Versorgung spezifischer Verletzungen.

 

Durchweg alle Teilnehmenden waren vom Seminar begeistert, hatten Interesse an einem Aufbaukurs und empfehlen die Teilnahme uneingeschränkt allen, die im zivilen Sektor mit Schusswaffen konfrontiert sind und in die Verlegenheit kommen könnten Erste Hilfe bei Schussverletzungen leisten zu müssen.  …. Und unabhängig davon sollte eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse ähnlich wie der Besuch des Schießstandes eine Selbstverständlichkeit werden. 

Kay Hagemann

 

Seminar "BASIS sicher und mehr" am 10. März 2018

Bericht vom Seminar „Basis sicher und mehr“ - in den Anschlag mit Dr. Carl Gremse

am 10. März 2018

 

Unter den angekündigten Vorgaben:

 

•Sicherheit auf dem Schießstand und bei der Waffenhandhabung
•Mögliche Fehlerquellen beim Schuss auf bewegtes Wild
•Fußstellung, Körperspannung , Abzugsfinger, Atemtechnik, Vorhaltemaß
•Anschlagübungen
•Schießen auf den laufenden Keiler
•Freies Training auf 100m-Bahn, Parcours und Schießkino
•Auswertung/Selbsteinschätzung
•Prüfungsanforderungen für den ÖJV-Schießleistungsnachweis

 

hatte der Arbeitskreis Schießwesen des ÖJV Brandenburg ein Seminar im Jagdtrainingszentrum Liebenberg organisiert.


Von der Jagdscheinanwärterin bis zum alten Hasen, vom Studenten bis zum Pensionär hatte sich eine Gruppe Interessierter eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung übernahm Carl Gremse. Zunächst unterwies er die gesamte Gruppe in den fundamentalen Sicherheitsregeln. Er leitete über zu den Herangehensweisen an die Körperhaltung und -spannung, die bei den einzelnen Teilnehmer ganz unterschiedlich ausfielen. Es gab erste Aha-Erlebnisse: Plötzlich schien die Waffe nicht mehr so schwer zu wiegen, oder der Abzugsfinger war auf einmal viel ruhiger als vorher. Es folgten viele Trockenübungen, bei denen Carl Gremse die Teilnehmenden einschätzte und sie auch anleitete, sich gegenseitig zu kontrollieren und ihre Erfahrungen auszutauschen. In kleineren Gruppen wurden schließlich die Schießübungen an den einzelnen Stationen absolviert. Jederzeit konnten sich alle bei Carl Gremse informieren und Fragen zu den unterschiedlichen Aspekten stellen. Außerdem gab es die Gelegenheit, das Abzugsgewicht der eigenen Waffe zu kontrollieren, um vielleicht hier für eine Verbesserung der eigenen Fähigkeiten anzusetzen.


Nach einigen Stunden hatten die Teilnehmer eine Menge Erkenntnisse gewonnen und einen anregenden Nachmittag erlebt, der dem einen oder der anderen einen Weg zu noch besserer Ausübung der tierschutzgerechten Jagd zeigen konnte. Bei der Verabschiedung wurde klar, dass die Mehrzahl sehr interessiert ist, bald einen weiterführenden Lehrgang „Medium“ mitmachen zu können. Für diesmal hoffen wir, in der Lage zu sein, bei der nächsten Prüfung am 17. Mai 2018 auf jeden Fall mit der „Basis“-Nadel nach Hause zu gehen. Unser Dank geht an den AK Schießwesen für die gute Vorbereitung und an Carl Gremse für die fabelhafte Durchführung.

 

Die Teilnahmebescheinigungen werden zeitnah versendet.

Mitgliederversammlung 17.02.2018

Eröffnung der Mitgliederversammlung durch den bisherigen Vorstand
Quelle: ÖJV Brandenburg e.V.

Am Sonnabend, dem 17. Februar um 9.30 Uhr versammelten sich 60 Mitglieder des ÖJV Brandenburg zur Mitgliederversammlung im Hörsaal des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE). Zu den anschließenden Vorträgen kamen am Nachmittag noch einmal ca. 15 interesserte Nichtmitglieder dazu, so dass der Saal gut gefüllt war.

Unter der Leitung des Vorsitzenden Mathias Graf v. Schwerin konnten die Tagesordnungspunkte zügig abgearbeitet werden. Dabei sollen an dieser Stelle die Berichte aus den Arbeitskreisen besonders erwähnt werden.

Simon Karrer (AK Schießwesen) informierte über die guten Ergebnisse und das hohe Interesse an den Seminaren, Übungsschießen und Prüfungen zum Schießleistungsnachweis des ÖJV sowie an den Schulungen für die „Aufsicht beim Schützen“. Mit diesen Angeboten werden auch viele interessierte Nichtmitglieder erreicht, die damit für die Ziele des ÖJV sensibilisiert werden können, insbesondere was die handwerkliche Ausübung der Jagd betrifft.

Eckhard Fuhr (AK Wolf) berichtete zusammenfassend über eine große Zahl an Veranstaltungen zum Thema Wolf, in deren Verlauf stets sehr kontrovers diskutiert wird. Dabei können die Ergebnisse je nach Zusammensetzung der Teilnehmer (Jäger, Grundbesitzer, Naturschützer, Weidetierhalter, Politiker) stark variieren. Maßgeblich hat der ÖJV Brandenburg an der gemeinsamen Resolution mit Naturschützern und Weidetierhaltern mitgewirkt, die besagt, dass die Anwesenheit des Wolfes auch für die Weidetierhalter erst dann zum Problem wird, wenn eine finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen und der Ausgleich von Schäden nicht im angemessenen Maß gewährleistet sind.

Bildquelle: ÖJV Brandenburg e.V.

 

Für den AK „Jagd im Offenland“ stellte Frauke Bennett ein Diskussionspapier vor, das der AK aus den Ergebnissen der Befragung einiger Öko-Landwirte erarbeitet hat. Dabei ging es zunächst darum, die Bedürfnisse der Landwirte in Bezug auf eine Unterstützung durch den ÖJV festzustellen. Der ÖJV möchte sich deutlich auch für die jagdlichen Erfordernisse im Offenland engagieren, denn wir konnten feststellen, dass der Verein wesentlich als Förderer von Interessen rund um den Wald wahrgenommen wird. Der Arbeitskreis wird seine Aktivitäten fortsetzen und ausweiten und hat dazu weitere Unterstützer aus dem Kreis der Mitglieder gewonnen.

Es folgte die Verabschiedung von drei ausscheidenen Vorstandsmitgliedern, denen der Vorsitzende für ihr Engagement herzlich dankte. Nach der anschließenden Neuwahl des Vorstands gehören diesem Gremium nun an: Mathias Graf v. Schwerin als Vorsitzender, Kay Hagemann, Armin Crull, Bernhard Schachtner, Frauke Bennett, sowie die neu gewählten Mitglieder Eckhard Fuhr, Tim Taeger und Sebastian Schuster.

Nach einer Mittagspause, die Gelegenheit zu Kontaktaufnahme und weiteren Gesprächen bot, ging es weiter mit einem anspruchsvollen Programm, das fast ganz im Zeichen der nahenden Afrikanischen Schweinepest stand.

Zunächst gab es eine kurze Präsentation der Ergebnisse einer Mitgliederumfrage von Nils Koch, Student an der HNEE, im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit. Die Erkenntnisse daraus wird der Vorstand für seine weiteren Aktivitäten aufgreifen.

Die Fachvorträge zum Thema ASP wurden gehalten von Dr. Dirk Soike, LAVG: „Darstellung des Vorbereitungsstandes des Landes Brandenburg auf die herannahende ASP“ und von Niels Hahn: „Schwarzwildreduktion: Jäger ohne Chance oder Chancen für die Jäger?“

Dr. Dirk Soike stellte anhand von alarmierenden Zahlen, eindrücklichen Fotos und eindringlichen Verhaltensanweisungen die Bedrohung durch die Seuche und die Maßnahmen zum Umgang damit vor. Es wurde deutlich, dass das Ausmaß, in dem die ASP auf das Leben nicht nur der unmittelbar betroffenen Bevölkerungsgruppen (Landwirte, Förster etc.) einwirken wird, bisher viel zu wenig bekannt ist. Dr. Soike zeigte nicht nur erschreckende Fotos aus dem Baltikum, sondern machte auch deutlich, dass die Auswirkungen der Seuche über Jahrzehnte spürbar sein werden. Nicht zuletzt wies er darauf hin, dass es jedem Menschen am Herzen liegen müsse, seinen Mitgeschöpfen den qualvollen Tod zu ersparen, den sie durch die Seuche zwangsläufig erleiden. Schließlich gab Dr. Soike auch praktische Tipps und Verhaltensmaßregeln: „Was tue ich, wenn ich ein verendetes Schwein finde?“, „Welche Maßnahmen kann ich zur Dekontaminierung ergreifen?“, „Welche amtliche Stelle gibt mir Unterstützung?“. Der Vortrag wird innerhalb kurzer Zeit nach der Mitgliederversammlung auf der Website des ÖJV BB nachzulesen sein.

Niels Hahn präsentierte Lösungsansätze zur Schwarzwildreduktion - einige davon in unserem Verband und in den Vereinen schon längst bekannt, aber in der klassischen Jägerschaft trotz der akuten Bedrohung durch die ASP immer noch nicht gern gesehen, wie zum Beispiel: Abschuss von Bachen (außer laktierenden), Entnahme von möglichst vielen Wissensträgern (Leitbachen, älteren Tieren), Prüfung von alternativen Methoden zur Reduktion (Saufänge, Lebendfallen für ganze Rotten). Auch Niels Hahn stellt seinen Vortrag für unsere Website zur Verfügung, wo er kurze Zeit nach der Mitgliederversammlung einsehbar sein wird.

Zuletzt präsentierte Philipp Cachée sehr informativ den Unterschied zwischen NachtSICHTgeräten und NachtZIELgeräten und deren Wirkungsweisen. So sind Nachtsichtgeräte eingeschränkt erlaubt, während für Nachtzielgeräte sogar ein Umgangsverbot besteht, d. h. schon der Besitz ist in Deutschland mit empfindlichen Strafen belegt. Nachtsichtgeräte sind relaiv einfach zu handhabende Zusatzgeräte (Sekundäroptik) für Optiken wie Kamera und Fernglas. Nachtzielgeräte hingegen werden als Primäroptik verwendet (anstelle des Zielfernrohrs). Beide Gerätarten werden sowohl auf Basis von Restlichtverstärkungstechnologie, als auch auf Basis von Wärmebildtechnologie angeboten. Bei Interesse an weitergehenden Informationen stellt der Vorsitzende gern den Kontakt zum Vortragenden her.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Tag lang und sein anspruchsvolles Programm höchst informativ waren.